8. August 2026
Windows Autopilot | Was es übernimmt und was es ausdrücklich nicht tut
Neue Rechner richten sich selbst ein, bevor sie ausgepackt werden. Wo die Grenze verläuft und warum Autopilot kein Betriebssystem verteilt.

Händler registriert Hardware-Hash → Gerät meldet sich beim ersten Start → Apps und Richtlinien laufen ein → einsatzbereit
Bisher läuft es in vielen Betrieben so: Neue Rechner kommen an, jemand hängt sie ins Netz, spielt Programme auf, setzt Einstellungen und gibt sie danach aus. Autopilot verschiebt diese Arbeit an den Anfang, noch bevor das Gerät im Haus ist.
Der Ablauf
Ein Gerät wird bei einem zertifizierten Händler bestellt, der es anhand einer eindeutigen Kennung, des Hardware-Hash, direkt im Tenant registriert. Ab diesem Moment lassen sich Anwendungen, Konfigurationen und Update-Richtlinien zuweisen, obwohl das Gerät noch beim Händler liegt.
Beim ersten Start mit Netzverbindung fragt der Rechner nach, ob er irgendwo eingetragen ist, zieht die zugewiesenen Dinge und richtet sich selbst ein. Der Umweg über die IT entfällt, das Paket kann direkt zum Mitarbeitenden gehen.
Wenn die Wartezeit stört
Je nach Menge der Anwendungen dauert der erste Start zwanzig oder dreißig Minuten. Wer das dem Anwender nicht zumuten will, nimmt die Vorbereitung im Voraus. Das Gerät kommt dann doch noch einmal über den Schreibtisch der IT, dort werden die Programme eingespielt, danach geht es wieder in den Karton. Der Anwender erlebt es wie ein fabrikneues Gerät, wählt Sprache und Tastatur, meldet sich an und kann sofort arbeiten.
Wofür es sich lohnt
- Ein Laptop geht im Außendienst verloren. Das Ersatzgerät wird aus der Ferne bereitgestellt, unabhängig davon, wo der Mitarbeitende gerade ist.
- Bestandsgeräte lassen sich einbeziehen. Hardware-Hash auslesen, importieren, Windows zurücksetzen, und beim nächsten Start läuft derselbe Prozess.
- Ein Gerät wechselt den Besitzer und wird dabei sauber neu aufgesetzt.
Die Grenze
Autopilot verteilt kein Betriebssystem. Ein Rechner ohne Windows lässt sich damit nicht bespielen. Vorausgesetzt wird eine bestehende Installation ab Windows 10 Pro. Alles, was Autopilot tut, ist diese Installation zu konfigurieren und mit Software zu versorgen. Wer ein Betriebssystem ausrollen will, braucht einen anderen Weg.
Lizenzen
Benötigt werden eine Intune-Lizenz und mindestens Entra ID Premium Plan 1 für die Personen, die an dem Gerät arbeiten. Bei Geräten ohne Benutzerzuordnung, etwa gemeinsam genutzten Rechnern, lässt sich stattdessen eine gerätebasierte Lizenz verwenden.